Zurück zur Debattenübersicht
Alles bleibt beim Alten dank dem „Amtsinhaberbonus“
Alles bleibt beim Alten dank dem "Amtsinhaberbonus"
( Link zum Originalbild | Urheber: Land Brandenburg | Flickr | Creative Commons License )

„Dass jeweils die Parteien der Amtsinhaber profitieren, ist aus Sicht des Leipziger Politikwissenschaftlers Hendrik Träger kein Zufall. Konkret mit Blick auf das Erstarken der Union in den Umfragen am Freitag spricht er von einem „Amtsinhaberbonus“. „Das ist ein zyklischer Effekt“, sagte er. “

Der Journalist Oliver Beckhoff für die NORDWESTZEITUNG

Perspektive in 30 Sekunden

  • Trotz der Umfragen werden CDU und SPD im Endspurt vor der Wahl doch noch die Mehrheit in Sachsen bzw. Brandenburg holen
  • Das ist kein Zufall, sondern liegt am sogenannten „Amtsinhaber-Bonus“. Die CDU stellt derzeit mit Michael Kretschmer den Ministerpräsidenten in Sachsen, die SPD mit Dietmar Woidke den Ministerpräsidenten in Brandenburg
  • Im Laufe der Legislaturperiode sind Zustimmungswerte für Amtsinhaber nicht immer gut, doch gegen Ende der Legislatur wägen die Wähler ihre Interessen genauer ab und wählen dann vermehrt bereits etablierte Parteien – und bekannte Gesichter.

Belege für Kernargumente

  • Im „Politbarometer“, das die Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF ermittelt hat, liegt die SPD in Brandenburg als stärkste Kraft mit 21 Prozent erstmals seit Längerem wieder knapp vor der AfD (20 Prozent)
  • Im „Brandenburg-Trend“, den das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Auftrag der ARD ermittelt hat, haben SPD und AfD kurz zuvor mit je 22 Prozent noch gleichauf gelegen.
  • In Sachsen liegt die CDU sowohl in der ARD-Umfrage als auch beim ZDF sechs Prozent vor der AfD – bislang lagen beide Parteien meist gleichauf. Bei der ARD-Umfrage landet die CDU bei 30 Prozent, die AfD bei 24 Prozent. Beim ZDF sind es 31 beziehungsweise 25 Prozent.

Warum The Buzzard diese Perspektive empfiehlt

Beckhoff schreibt über den zyklischen Effekt, der bei Landtagswahlen grundsätzlich zu beobachten ist: Etablierte Amtsinhaber sind bekannter und sichtbarer und haben somit im Endspurt des Wahlkampfs das Potential unentschiedene Wähler für sich zu gewinnen. Er beruft sich damit auf Aussagen des Leipziger Politikwissenschaftlers Hendrik Trägers. Beckhoffs Artikel ist empfehlenswert, weil er ein gut fundiertes Argument eines Experten nutzt, um der allgemeinen Hysterie vor den ostdeutschen Landtagswahlen den Wind aus den Segeln zu nehmen.

 

Diese Perspektive wird empfohlen von Johannes Bär

Wer steckt dahinter?

Oliver Beckhoff
Kommt aus:Deutschland
Arbeitet für/als:Journalist
Was Sie noch wissen sollten:Oliver Beckhoff schreibt unter anderem für die Allgemeine Zeitung, das Hamburger Abendblatt, die Nürnberger Zeitung
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.